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Der Müller mit seinen 3 Söhnen

 Text des Monats Januar 2012
Franziska St., Klasse 4a

Der Müller mit seinen 3 Söhnen

Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne. Der erste Sohn hieß Alex, der zweite Sohn hieß Filius und der dritte Sohn hieß Marcel. Die drei Söhne waren alt genug, um zu arbeiten. Alex arbeitete als Schreiner. Filius arbeitete als Diener im Schloss. Und Marcel arbeitete als Koch, auch im Schloss. Der Vater hätte in der Mühle gearbeitet, aber er wurde ganz krank und starb. Die drei Söhne waren so traurig darüber, dass keiner mehr in der Mühle wohnen wollte, also zogen alle aus. Sie gingen in verschiedene Richtungen: Alex ging nach Norden, Filius nach Westen und Marcel nach Süden. Nach einigen Jahren lernte jeder eine hübsche Frau kennen. Sie heiraten und jeder bekam zwei Töchter, die noch hübscher waren als ihre Mütter.

Eines Tages sagte Alex zu seiner Familie: “Ich sehne mich nach meiner alten Heimat und der Mühle. Sie ist unbewohnt, lasst uns dort hinziehen!“ Gesagt, getan, sie packten ihre Sachen in die Handkarre und liefen Richtung Mühle.

Auf ihrem Weg durch den Wald trafen sie einen kleinen Zwerg, der bitterlich weinte. Sie hielten an und fragten: “Warum so traurig, kleiner Zwerg, was fehlt dir?“ Er sah nach oben und antwortete stotternd: „ Der Wind hat meine Zwergenmütze in den Baum gepustet. Ich bekomme sie nicht herunter, ich bin zu klein !“ Kurz entschlossen kletterte die jüngere Tochter auf den Baum, griff nach der Mütze und gab sie dem Zwerg zurück. Der Zwerg bedankte sich und verschwand.

Filius hatte den gleichen Gedanken wie sein Bruder Alex. Auch er wollte mit seiner Familie in die unbewohnte Mühle ziehen. Während sie singend über eine Wiese liefen, hörten sie einen Hilferuf: “Hilfe, Hilfe! Ich hänge fest, ich hänge fest!“
Da sah Filius mit seiner Familie ebenso einen Zwerg wie zuvor sein Bruder Alex.
„Was hast Du?“, fragte Filius.
Da antwortete der Zwerg: „Mein Bart ist im Baum verfangen und ich kann mich nicht alleine befreien.“
Sofort half die ältere Tochter dem Zwerg und befreite ihn aus dem Baum.
Der Zwerg bedankte sich und verschwand.

Der dritte Bruder Marcel hatte, wie es nicht anders sein konnte, ebenso den Gedanken wie seine beiden anderen Brüder, in die alte Mühle seines Vaters zurück zu kehren. Auf dem Weg zur Mühle ging er mit seiner Familie an einem Bach entlang. Nach kurzer Zeit hörte auch sie Hilferufe. Sie sahen einen Zwerg, der rief: „Hilfe, Hilfe! Ich bin in den Bach gefallen und komme nicht mehr alleine ans Ufer.“ Da ging die jüngere Tochter zum Zwerg und hielt ihm ihren Handstock hin. Der Zwerg zog sich daran ans Ufer. Er bedankte sich und verschwand.

Gemeinsam mit ihren Familien kamen alle drei Brüder zur gleichen Zeit an der alten Mühle an. Dort stand vor der verfallenen Mühle der Zwerg, dem alle geholfen hatten. Der Zwerg sprach: „Weil ihr mir so nett geholfen habt, dürft ihr nun einen Wunsch aussprechen. Diesen will ich euch gerne erfüllen.“

Alle drei Familien überlegten und besprachen sich. Dann stand der Wunsch fest. Der älteste Bruder Alex sprach zum Zwerg: „Wir wissen, was wir uns wünschen. Bitte mach, dass unsere alte Mühle wieder fertig ist.“

Da schnippelte der Zwerg mit seinen Fingern, er murmelte komische Worte und stapfte mit seinen Füßen auf den Boden. Es kam ein helles Leuchten aus der Mühle, so hell, dass alle ihre Augen schließen mussten. Als das Licht wieder weg war, da war auch der Zwerg verschwunden.

Aber alle glaubten ihren Augen nicht zu trauen. Aus der alten Mühle war ein wunderschönes Schloss geworden. In diesem lebten alle Familien glücklich und zufrieden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

 

Von Franziska Sterthues