Erziehung
(Auszug aus dem Schulprogramm)

 

Erziehungsziele

Bei einer pädagogischen Konferenz wurden Erziehungsziele gesammelt. Einige Werte wie Achtung, Respekt, Gewaltfreiheit, Gemeinschaft, Wertschätzung, Leistungsbereitschaft waren schnell konsensfähig.

Bei der Frage nach den Schwerpunkten wurde aber vereinbart, dass dies nur mit Einbeziehung der Eltern geschehen muss.

Auf Initiative der Schulpflegschaft Anfang 2009 sollte das Leitbild überarbeitet und konkreter auf unsere Schule bezogen werden.

Somit konnten beide „Baustellen“ miteinander verknüpft werden.

Nach Sammlung der besonderen Schwerpunkte der Bildungsarbeit der Schule in den Klassenpflegschaften und der Lehrerkonferenz bildeten sich zwei Themenbereiche für das Leitbild heraus, die für den Bereich Erziehungsziele so gefasst werden sollen:
 

Als kleines System soll in einer familiären Atmosphäre ...

1)     ... das einzelne Kind wahrgenommen und individuell gefördert werden.

2)         ein lebendiges Schulleben eine starke Gemeinschaft bilden.

Diese beiden Eckpunkte sollen die Freude am Lernen, Spielen und Arbeiten in unserer Schule stärken.

Als wichtiger Baustein jeglicher erzieherischer Maßnahmen ist das Vorbild Verhalten des Teams von zentraler Bedeutung. Zudem ist die grundsätzliche Haltung der Wertschätzung der Nährboden jeder Erziehung.

In diesem Kontext wurde ein gemeinsamer Infoabend für Eltern und Mitarbeiter der Schule zum Thema „Stärken finden und erfolgreich nutzen“ (Moderation: Wilfried Beckwermert) und anschließend eine ganztägige Fortbildungskonferenz zum Thema realisiert (2010).

Erzieherische Maßnahmen

Die Frage nach vereinbarten einheitlichen erzieherischen Maßnahmen wurde in den Gremien kontrovers diskutiert. So kann situations- und auf den einzelnen Schüler bezogen die eine Maßnahme sinnvoll und wirksam sein, an anderer Stelle aber als unpassend erlebt werden. Andererseits fehlt bei einer Beliebigkeit der Maßnahmen die Verlässlichkeit.

Es bestand auch Unsicherheit darüber, ob „Automatismen erzieherischer Maßnahmen“ angesichts der geringen Zahl an gravierenden Erziehungsproblemen angemessen sind.

Daher wurde entschieden, zunächst ein Ideenpool möglicher Maßnahmen zu entwickeln.

Bei allen erzieherischen Maßnahmen gilt es, die Kinder als Persönlichkeit zu achten.
Bei konfrontativen Situationen kann die Haltung hilfreich sein, dass sich erzieherische Maßnahmen immer auf das Verhalten beziehen sollen.

Die Persönlichkeit bleibt in ihrer Besonders-, und Andersartigkeit zu respektieren.

Jede erzieherische Maßnahme ist um so wirksamer, um so mehr es gelingt, eine positive Beziehung zu den Schülern/innen aufzubauen.

Ideenpool: erfolgreiche, erzieherische Einwirkungen

Gespräche

-          Gespräche mit dem Kind (allein oder in der Klasse)

-          Einbeziehung des Klassenlehrers, Teams

-          3er Gespräch (Eltern/Kind/Lehrer)

-          Kontaktaufnahme mit Eltern

-          gemeinsames Gespräch mit der Klasse und Lehrer

-          das störende Verhalten rückmelden, erwünschtes Verhalten deutlich machen 

Gefühle (Ursachen) 

-          Kind zum Beruhigen über den Schulhof laufen lassen

-          mündliche Ermahnung

-          Ermahnung (Mimik ! und Gestik !)

-          Gefühle, Befindlichkeit des Kindes benennen

-          direkte Ansprache - Gefühle

-          das Kind auf seine Gefühlslage ansprechen 

Problem kleinmachen 

-          „Das Verlieren können war heute noch zu schwer für dich. Das lernst du bald noch. Dann bist du ein richtig guter Sportler.“

-          unerwünschtes Verhalten, Störungen ignorieren

-          Spirale der negativen Aufmerksamkeit durchbrechen, durch z. B. unerwartete Reaktion (störendes, aggressives Kind fürsorglich auf seine Gefühle ansprechen, s.o.) 

Erwünschtes Verhalten „GROSSMACHEN“ (pos. Verstärkung) 

-          positives Verhalten rückmelden, verstärken

-           „grüne“ Karte - nonverbale Verstärkung

-          durch gemeinsame gute Aktionen positives Erlebnis schaffen

-          Verhalten positiv verstärken (frühzeitig)

-          positiv auf kleine Erfolge reagieren, ansprechen

-          „Bons“ zu verschiedenen Themenfeldern: Mitarbeit, Grenzen beachtet, ...

-          Verstärkerplan (ähnlich wie Smileys), Bild, das sukzessive bei „gutem“ Verhalten ausgemalt wird, am Ende: Belohnung (Elternhaus?)

-          (tägliche) / (wöchentliche) Rückmeldung über Verhalten, was war gut?

-          als „Helfer“ einsetzen

-          kleine Dienste (Austeilen, Einsammeln, …) 

Konsquenzen

-          „rote“ Karte - nonverbale Ermahnung

-     bei Störungen in der Klasse, Rückmeldung über gelbe, rote Karte, vereinbarte Konsequenz

-          Entschuldigungsbrief schreiben oder Bild zum Fehlverhalten malen

-          Das Kind sollte sein Verhalten aufschreiben und formulieren, wie es von den Mitschülern u. Lehrern gesehen wird.

-          Regeln schriftlich notieren

-          bei Regelmissachtung im Sport/Schwimmen, einige Minuten am Rand sitzen, „abkühlen, besinnen“

-          Konsequenzen aufzeigen und durchführen 

unterrichtsorganisatorische Maßnahmen 

-          Reduzierung der Aufgaben (falls Überforderung)

-          Situationen ermöglichen, in denen wieder positiver Kontakt hergestellt werden kann.

-          Methoden-, Sozialformwechsel umsetzen

-          das Kind an einem anderen ruhigeren Ort arbeiten lassen

-          die Sitzordnung verändern (Einzelplatz, anderen Partner wählen lassen)

-          Unterrichtsorganisation verändern/öffnen, Wochenplan, Tagesplan … 

Klassenmaßnahmen 

-          Reflexion, Hinweis auf gelungene Stille, Kooperation, Konzentration ...

-          „Leisewettbewerb“

-          „sich an Regeln halten“ wird belohnt!

-          Leisespiel für die Klasse, Smileys

-          Geräuschampel (in klein kopiert / laminiert / auf Tisch befestigt), oder die vorhandene elektrische nutzen

-          nach individueller Absprache: „Antippen“ bei abweichendem Benehmen

-     Klassenrat

Schulordnung 

Nach der Ideensammlung wurde deutlich, dass bei Belohnungen und vielleicht auch Strafen klar sein muss, wie das Verhalten der Kinder und Erwachsenen in der Schule sein soll. Deshalb wurde als nächster Schritt vereinbart, eine Schulordnung zu entwickeln.

In Verbindung mit dem Leitbild werden so die Eckpunkte des gemeinsamen Lebens und Lernens in der Dumter Schule skizziert.

 

Bei allen Konzepten entscheidet aber das tägliche Miteinader in der konkreten Situation über die Qualität der Erziehung.

 

 

 

© Grundschule Dumte 2015